Deutsche Leuchttürme:

Außenweser (offene See vor Elb- und Wesermündung):
WSA Bremerhaven:

Bitte zur Auswahl Leuchtturmnamen anklicken. Es sind
stellvertretend nur einige Leuchtfeuer aus dieser Seite in 
der Karte eingetragen.
Die anderen Leuchttürme von Emden über Borkum bis Norderney 
können durch Scrollen auf dieser Seite gefunden werden.

Alte Weser
Roter Sand

Hohe Weg

Robbenplate

Imsum

Ll.n.s.= Langlütjennordsteert

      * WSA = Wasser- und Schifffahrtsamt


Die folgenden Leuchttürme werden in etwa in der Reihenfolge vorgestellt, wie sie ein ankommendes Schiff antrifft. 
Leider bietet Google-Maps keine geeigneten Karten für die offene See an.

 

Leuchtturm Roter Sand, der deutsche Leuchtturm schlechthin und wohl auch einer der berühmtesten der Welt.
Er steht auf einer Untiefe zwischen zwei Fahrrinnen (alte und neue Weser) etwa auf halbem Weg zwischen Bremerhaven und Helgoland. Seine Errichtung war ein technisches Meisterwerk, denn Roter Sand wurde 1883-85 als erster massiver Leuchtturm auf einer wandernden Sandbank im offenen, ca. 10 m tiefen Meer gebaut, nachdem sich die Stationierung eines Feuerschiffes wegen der ungünstigen Strömungen als unmöglich erwiesen hatte.

Für den Bau wurde ein 15 m durchmessender, 25 m hoher und oben geschlossener Eisenring (ein sog. Senkkasten oder Caisson) 22 m tief in den Sand des Meeresgrundes eingelassen und mit Beton gefüllt. Auf diesem Fundament wurde der 34 m hohe Leuchtturm aus Eisenplatten errichtet. Bei Niedrigwasser ragen etwa 1,5 m des Caissons aus dem Wasser, darüber 6m der massive, schwarze Sockel und dann ca. 26,5 m der echte, rot-weiße Turm. (Ich habe auch Angaben über nur 28 m Gesamthöhe bzw. 8 m Sockelhöhe gefunden). 
Ein erster Versuch, das Fundament zu errichten, war 1881 gescheitert.

Typisch für den Turm sind seine drei Erker; in einem führt die Treppe hinauf in das Lampenhaus. Früher hing dort oben auch noch ein Rettungsboot an Davids, und es gab eine Nebelglocke, die bei Nebel jede Minute 3x schlug. Der Turm war mit drei Leuchtturmwärtern bemannt, eine vierter war immer in Urlaub, wobei der Dienst 3 Monate mit 1 Monat Urlaub betrug.

Der Turm diente als See-, Leit- und Quermarkenfeuer.

1950 ergab eine Überprüfung des Turmes, dass eine Modernisierung sich nicht lohnt. „Roter Sand“ sollte aufgegeben und „Alte Weser“ gebaut werden. Das Hauptfeuer „Roter Sand“ wurde somit bei Inbetriebnahme des neuen Turms „Alte Weser“ am 1.9.1964 gelöscht. Bis 1986 diente er noch als Quermarkenfeuer.
1979 wurde der Turm unter Denkmalschutz gestellt, und 1983 wurde ein Förderverein gegründet.
Die Standfestigkeit des Turmes hatte im Laufe der Jahre stark gelitten und deshalb wurde am 1.10.1987 in einer einzigartigen Rettungsaktion mit riesigen Schwimmkränen eine gewaltige Stahlmanschette von oben über den Turm geschoben und um das alte Fundament herum im Meeresgrund verankert und der Spalt mit Beton ausgefüllt.
Hoffentlich bleibt uns der Turm als Wahrzeichen und Touristenattraktion noch lange erhalten.

Foto von 2012


Der Leuchtturm Alte Weser ist, zumindest was die Errichtung anbelangt, der würdige Nachfolger für den „Roter Sand“. Er wurde 1960 bis 63 in 12 m Wassertiefe neben der Fahrrinne „Alte Weser“ errichtet, ca. 50 km von Bremerhaven entfernt. Das gesamte Bauwerk ist eigentlich ca. 62 m hoch, davon stecken 11 im Meersboden; d.h. die sichtbare Turmhöhe ist 38 m.
Auch bei diesem Turm gelang erst der 2. Versuch, die drei vorgefertigten Teile von einer Hubinsel aus zu platzieren. Zuerst wurde der untere Turmschaft abgesenkt und als Brunnengründung in den Meeresboden eingespült. Dann folgte der mittlere Turm, und zum Schluss wurde der Kopf aufgesetzt.
Der Turm hatte zuerst noch drei Mann Besatzung und wurde erst 1972 ferngesteuert. Er dient als See-, Orientierungs- und Leitfeuer. 

Foto von 2006:
Sabine Rothmann (S.R.)


Tegeler Plate - Der insgesamt 46 m hohe Turm wurde in Wilhelmshaven zusammengesetzt, dann mit einem Schwimmkran an Ort und Stelle gebracht und am 14.7.65 in nur einem Tag 18 m tief in den Meeresgrund eingespült. Jetzt ragen ca. 24 m aus dem Wasser, 22 m befinden sich darunter.
Als der Turm 1966 in Betrieb ging, konnte das Feuerschiff „Bremen“ abgezogen werden. Auf dem Turm befinden sich Leit- und Quermarkenfeuer.

Foto von 2006: S.R.
 


Ober- und Unterfeuer Dwarsgat - zwischen 1968 und 1981 wurden in der Wesermündung zahlreiche recht einfache Leuchttürme aufgebaut, die meist nur aus einem Stahlrohr und dem besonders geformten Lampenhaus bestehen. Die beiden Türme von Dwarsgat wurden 1976 gebaut und tragen typische "Laufrollen". Das Oberfeuer ist 37 m hoch, das Unterfeuer 19 m.
Fotos von 2006: S.R.


Leuchtturm „Hohe Weg
Der Hohe Weg ist eine Sandbank 25 km vor Bremerhaven, die bei Ebbe trocken fällt. 1783 wurde hier eine Bake als Tagsichtzeichen errichtet, und die Stadt Bremen begann 1824 mit der Planung eines Leuchtturms. Dessen Bau wurde jedoch vom Herzogtum Oldenburg ca. 30 Jahre lang verhindert, so dass mit dem Bau tatsächlich erst 1855 begonnen werden konnte. 120 Gründungspfähle wurden in die Sandbank gerammt und darauf ein solides Fundament errichtet. Diese Arbeiten konnten natürlich nur bei Ebbe erfolgen, aber trotzdem war der erste deutsche Turm, der in der offenen See errichtet wurde, nach 15 Monaten 1856 fertig. Von 1840 bis 1856 war in der Nähe übrigens ein Feuerschiff verankert worden, dass nun wieder abgezogen werden konnte. Er ist der einzige Nordseeturm mit Landungsbrücke!
Der Turm dient als Leit- und Quermarkenfeuer.

1961/62 musste der Turm komplett renoviert werden. Er wurde umgebaut, der Turmkopf wurde erhöht (36 m), er erhielt eine Gallerie und Radar. 1986 wurde eine verbesserte Radaranlage eingebaut. 1996 erhielt der bis dahin braune Backsteinturm seine rote Aluminium- Verkleidung, die das Mauerwerk schützen soll.

Ursprünglich hatte der Turm eine Fresnelsche Gürtellinse mit Petroleumglühlicht. Die ursprüngliche Optik ist im Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven ausgestellt. 1941 wurde er mit Dieselgeneratoren elektrifiziert. Sei 1973 ist er ferngesteuert und die letzten Leuchtturmwärter wurden nach Hause geschickt.

Foto von 2012


Im sog. Wurster Watt wurden 1886-87 drei eiserne Leuchttürme gebaut, die auf Eisengerüsten stehen, und die wegen einer Fahrwasserverlagerung bald wieder überflüssig wurden:

Ober-Eversand, 29 m hoch, war von 1887 bis 1923 als Quermarkenfeuer in Betrieb. Der Turm wurde 1918 als Zufluchtsstätte für Schiffsbrüchige hergerichtet. 2003 wurde der Turm nach Dorum-Neufeld (Dorumer Siel) versetzt. Deshalb gibt es hier auch kein Foto!

Unter-Eversand, 16 m hoch. Das Richtfeuer wurde 1925 gelöscht, der Turm dient seitdem offiziell als Kormoran-Nistplatz. Der Turm wurde 1981/82 aus Naturschutzgründen repariert und für das Nisten verbessert.

Meyers Ledge, 26 m hoch (Ledge = Erhöhung im Watt) war von 1887 bis 1945 als Quermarken- bzw. Leitfeuer in Betrieb. Ein zweiter, 24 m hoher, runder Ziegelturm mit gleichem Namen wurde 1905 neu gebaut und 1923 wieder stillgelegt.

Dieser Turm könnte damals auch den Namen "Solthörn" getragen haben, darf aber nicht mit den heutigen Türmen verwechselt werden.
Fotos von 2006: S.R.

 


Der Miniturm Robbennordsteert wurde 1924 aufgestellt, ist 16 m hoch und dient als Orientierungs- und Quermarkenfeuer.
Foto von 2006: S.R.

 


der Leuchtturm Robbenplate wurde 1923/24 aus Ziegesteinen errichtet, die Laterne stammt von einem anderen, stillgelegten Leuchtturm. Robbenplate ist eine Schlickbank, an der sich Außenweser teilt. Wegen einer starken Verlagerung des Fahrwassers mussten in den 1920er Jahren mehrere Leuchtbaken und der Turm gebaut werden.

Es handelt sich eigentlich um einen Backsteinturm, der aber 1992 eine rote Alu-Schutzverkleidung erhielt.
Robbenplate war 1959 der erste deutsche Leuchtturm, der Radar erhielt, das Radar wurde 1987 aber wieder demontiert. Heute ist der Turm 37 m hoch. Er dient als Oberfeuer (Richtfeuer) für das Fedderwarder Fahrwasser (Foto links, mit den beiden Meyers Ledge-Türmen im Hintergrund), das 1986 errichtete, 15 m hohe Unterfeuer befindet sich auf einer roten Dreibeinbake (Foto rechts, während einer Reparatur).

Fotos von 2006, S.R.


Auf Langlütjennordsteert steht der gelbe Zwilling des Robbennordsteert.
Langlütjennordsteert war von 1924 bis März 2001 als Quermarkenfeuer in Betrieb. 
Foto von 2006: S.R.

 


Die restlichen Türme bis Imsum sind wieder die bereits oben erwähnten Rohre mit spezifischen Lampenkopf:

die von Langlütjen (links und Mitte) wurden 1970/71 errichtet (OF: 34 m, UF: 19 m).
Wremerloch (rechts) ist von 1968; OF: 34 m, UF 18 m  
Fotos von 2006

Die Türme von Solthörn (unten) wurden 1981 gebaut (OF: 33 m, UF: 20 m) und tragen zwei abgesetzte Scheiben.

Die beiden Türme von Hofe (unten) stammen aus 1974 (OF: 43 m, UF: 22 m) und werden von zwei Halbkugeln geziert. Das Oberfeuer wurde 2012 renoviert und war total eingerüstet (ganz unten).

Fotos von 2006 (Hofe ohne Gerüst) und 2012


Der Radarturm "Wurster Arm" ist kein Leuchtturm und hat deshalb in dieser Aufstellung eigentlich nichts zu suchen. Er ist aber zumindest ein markantes Tagesseezeichen.

Foto von 2006, S.R.


Der Ochsenturm nördlich von Bremerhaven ist der Turm der ehemaligen Kirche von Imsum. Er war von 1877 bis 1896 offizielles Schifffahrtskennzeichen. Er ist das älteste Seezeichen an der Außenweser, aber mir ist nicht bekannt, ob er ein Leuchtfeuer trug.
Die Kirche wurde 1218 erbaut, das Schiff wurde 1895 abgerissen. Der Turm ist 16 m hoch.
Foto von 2005


Google-Maps-Karte Imsum / Ochsenturm  

 


Bei Imsum nördlich von Bremerhaven gibt bzw. gab es mehrere Leuchtfeuer. Vom uralten Leuchtfeuer Imsum, einem 21 m hohen, roten Stahlrohr mit kleinem Laternenhaus (wie Robbennoordsteert), das von 1974 bis 1996 in Betrieb war, habe ich leider kein Foto mehr machen können.

Die links dargestellten Gestelle bei Weddewarden wurden 1994 errichtet.
Links das Oberfeuer (Richtfeuer) auf einem 43 m hohen Stahlgerüst, rechts das 17 m hohe Unterfeuer.
Position
53° 36' N, 8° 31' E
Fotos von 2005 und 2006

Inzwischen gibt es wieder neue Leuchtfeuer, die 2009 am Nordende der Stromkaje als rot-weiße Stahlrohre mit Dreickstoppzeichen aus Latten errichtet wurden (Fotos unten). Das an Land stehende Oberfeuer ist  39 m hoch, das im Wasser gebaute Unterfeuer ist 21 m hoch.
Position: OF 53° 36,2421' N, 08° 30,867' E; UF 53° 36,521' N, 08° 30,201' E.
Fotos von 2012, Beim Foto des Unterfeuers ist im Hintergund der Ochsenturm zu sehen.

 

 

Google-Maps-Karte siehe oben


Die Türme südlich von Imsum bis Bremen werden auf anderen Seiten (Weser Nord und Weser Süd) vorgestellt.

alle mit S.R. markierten Fotos auf dieser Seite stammen von Sabine Rothmann - Danke! 

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V2.1, diese Seite wurde erstellt am 17.09.2006, letzte Änderung am 25.7.2012