Deutsche Leuchttürme:

Ostsee:
bis einschließlich Travemünde
ist das WSA* Lübeck für die Leuchttürme zuständig, weiter östlich das WSA* Stralsund

(Bitte zur Auswahl Leuchtturmnamen anklicken)

Travemünde
Poel
(Timmendorf)
Gollwitz
Buk

Warnemünde
Darßer Ort

* WSA = Wasser- und Schifffahrtsamt

a) Bereich WSA Lübeck

Travemünde, alter Turm:
In
Travemünde wird 1316 bzw. 1330 erstmalig ein Leuchtturm urkundlich erwähnt. Der alte Leuchtturm, 31 m hoch mit 142 Stufen, stammt von 1539 und wurde aus Backsteinen gemauert, nachdem sein Vorgänger 1534 im Krieg mit Dänemark zerstört worden war. Auch das Laternenhaus ist aus Ziegelmauerwerk. Er wurde wohl zuerst mit offenem Holzfeuer, später mit Petroleum und seit 1903 mit elektrischen Bogenlampen befeuert. Offensichtlich hat er nie ein Fresnel-Linsensystem besessen. 1827 hatte ein Blitz den oberen Teil des Turms stark besschädigt, der daraufhin erneuert werden mußte. 1903 wurde er elektrifiziert und 1972 abgeschaltet, weil sein Licht durch das Maritim-Hotel (links) verdeckt wurde. Die alte Lampenanlage ist aber noch vorhanden und zu besichtigen. Er war Deutschlands dienstältester Leuchtturm und ist heute ein Kulturdenkmal mit Museum (www.leuchtturm-travemuende.de).
Position: 53° 57' 44" N, 10° 52' 51" E

Foto unten links: der alte und der neue Leuchtturm, rechts: der alte Turm mit Laternenfenster (oben) und Lostenausguckbalkon (mitte); beide sind sewärts gerichtet.

Travemünde, neues Leuchtfeuer:
1974 wurde das neue Drehspiegel-Leuchtfeuer mit zusätzlicher Gürtelleuchte im obersten Geschoß des Hotel-Hochhauses in Betrieb genommen und ist mit 113 m Feuerhöhe das höchste Leuchtfeuer Deutschlands.

Position: 53° 57' 46" N, 10° 52' 58" E
Foto links unten: ganz oben rechts im  Ausschnitt der obersten Hochhausetage befindet sich das neue Leuchtfeuer,  rechts: altes Foto von 1985

 

Travemünde Mole:
Auf der Travemünder Mole steht ein kleiner, eigenwilliger Leuchtturm, der 1964 zum Teil aus Glasbausteinen errichtet wurde. Durch diese Steine (helle Streifen des Turms) wird der Turm nachts von innen beleuchtet, um auch nachts als gut sichtbare Fahrwassermarkierung zu dienen. Der 9 m hohe, schwarz-weiße Turm ist seit 1967 in Betrieb.

 

Goggle-Maps-Karte westliche Ostsee
 


Kein Leuchtturm, aber ein weithin sichtbarer Turm, der fast so schön wie ein Leuchtturm ist: das Marine-Ehrenmal in Laboe bei Kiel. 
Foto von 1971

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Die Insel Poel liegt vor Wismar auf der mecklenburgischen Seite der Lübecker Bucht. Am Westende liegt Timmendorf, und hier steht der "Leuchtturm Poel". Sein Vorgänger , eine hölzerne Spiekenbake, war 1870 abgebrannt. Der heutige Turm wurde 1871-72 gebaut und 1931 um 4 m auf heute 21 m erhöht (Teil mit dunklem Ziegelmauerwerk). Statt der früher sechseckigen Laterne wurde 1931 ein rundes Laternenhaus aufgesetzt. Dabei wurde der Turm auch von Petroleum auf elektrisches Licht umgestellt.
Er trug ursprünglich eine Gürtelleuchte und dient heute als Leit- und Quermarkenfeuer..
Das Gebäude diente als Wärterhaus und Lotsenstation.
1996/97 wurden Gebäude und Turm renoviert, wobei der Turm z.T. abgetragen, die Gründung stabilisiert und der Turm wieder neu aufgebaut wurde. Die gesamte Leuchtfeuertechnik wurde ersetzt. Dem Aussehen nach sind heute Ferienwohnungen im Gebäude untergebracht.
Position: 53° 59' 33" N, 11° 22' 44" E


Foto links von 2009, Foto rechts: Jörn Bengelsdorf, 2006


Bei Gollwitz, am Nordende der Insel Poel stehen die Leuchtfeuer Gollwitz Nord und West.
Nahe der Stelle, wo heute das Gebäude und der Turm Gollwitz Nord stehen, war 1929 ein eiserner Gittermast errichtet worden, der 1953 durch den 7,6 m hohen, quadratischen Steinturm mit roter Laterne und dem direkt angebauten Maschinenhaus ersetzt wurde. Seit 1956 dient der Turm als Unterfeuer für eine Richtfeuerlinie. 1996 wurde die Anlage instand gesetzt und erhielt ein Präzisionssektorenfeuer, das aus dem öffentlichen Stromnetzt gespeist wird (Notstromdiesel im Maschienenhaus). Einem Hinweisschild zufolge befindet sich im Haus jetzt eine Ferienwohnung.
Position: 54° 01' 27,5" N, 11° 28' 21,2" E.

Gollwitz West ist ein 23,4 m hoher, weißer Gitterturm etwas südwestlich, der 1996 mit einer Gürtellinse als Leitfeuer errichtet wurde.

 

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Buk
Relativ weit landeinwärts steht bei Kühlungsborn auf der 79 m hohen Bukspitze des Bastorfer Berges der 21 m hohe Leuchtturm "Buk" (55 Treppenstufen). Nachdem schon 1824 erste Überlegungen angestellt worden waren, auf dem Berg ein Leuchtfeuer zu errichten, wurde das sog. Leuchtfeuergehöft 1876-78 erbaut. Der Turm besteht aus dreischaligen Ziegelmauerwerk, steht auf einem Findlingsfundament und trägt wegen der Berglage Deutschlands höchstgelegenes Lampenhaus (95 m). 
Die seit 1922 elektrifizierte Fresnel-Drehlinsenoptik (unten) mit Halogendampflampe dient als Orientierungs- und Warnfeuer. Es hat ursprünglich aus 20 Linsenfeldern bestanden. 4 davon wurden im 2. Weltkrieg zerschossen, und die restlichen 16 zu einer neuen Optik arrangiert. Das Feuer wird aus dem öffentlichen Netz versorgt; es gibt ein Dieselnotstromaggregat.
1979 wurde der Turm automatisiert und der letzte Leuchtturmwärter verließ Buk. Das Wohnhaus wurde bis 1990 als Kinderferienanlage genutzt. 1996 wurde das Haus komplett renoviert. Der Turm war bereits 1991-93 renoviert worden, wobei auch das weiße Band unter der Galerie entfernt wurde, das den Turm von 1930 bis 1993 geziert hatte. Der Turm steht unter Denkmalschutz.
Position: 54° 07' 55" N, 11° 41' 37" E


Fotos von 2009

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b) Bereich WSA Stralsund:
 

Leuchtturm Warnemünde. Er wurde 1897/98
31 m hoch mit einer 1,4 m durchmessenden Gürtellinse erbaut. Ursprünglich mit Petroleum befeuert, wurde er 1919 elektrifiziert. 1980 musste er wegen Baufälligkeit geschlossen werden. Ab 1990 wurde er restauriert und ist seit 1994 wieder für Besucher zugänglich.
Position: 54° 11' N, 12° 05' E

Foto von 2005: Sabine Rothmann

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die "Zwillinge" stehen seit 1998 auf den Hafenmolen von Warnemünde. Grün auf der West- und Rot auf der Ostmole. Die Molen wurden im Laufe der Jahrhunderte ständig verlängert, wodurch immer neue Molenfeuer nötig wurden.
Fotos: Jörn Bengelsdorf 2005 und 2006 (anlässlich Hansesail)

 


der 35 m hohe Leuchtturm "Darßer Ort" wurde 1847/48 als Ziegelturm (ca. 245.000 Steine, 134 Stufen) mit Fresnelschem Apparat und Rapsöllampe an der nördlichen Spitze der Halbinsel Darß errichtet. 1936 wurde er mit Dieselmotoren und Wechselstromgeneratoren elektrifiziert, heute ist er ans öffentliche Netz angeschlossen. Bis 1978 gab es einen Leuchtfeuermaschinisten. 1987 mußte der Turm wegen Baumängeln gesperrt werden; ab 1990 wurde er total saniert und ist seit 1995 wieder für Besucher zugänglich. 
Position: 54°28' N, 12°30' E 

Foto: Jörn Bengelsdorf 2005

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V2.2, diese Seite wurde erstellt am 11.08.2003, letzte Änderung am  27.9.2009