Deutsche Leuchttürme:

Ostsee 1:
bis einschließlich Travemünde
ist das WSA* Lübeck für die Leuchttürme zuständig, weiter östlich das WSA* Stralsund

Auf dieser Seite werden die mittleren Leuchttürme vorgestellt (Lübeck)
(Bitte zur Auswahl Leuchtturmnamen anklicken)

Neuland
Blankeck
Heiligenhafen

Dahmeshöved

Pelzerhaken
Travemünde
Poel (Timmendorf)
Gollwitz
Buk

* WSA = Wasser- und Schifffahrtsamt

zu den Leuchttürmen im Bereich des WSA Stralsund
zu den Leuchttürmen auf Fehmarn

Bereich WSA Lübeck

Leuchttürme auf Fehmarn:
Diese Türme werden auf einer separaten Seite vorgestellt.


Leuchtturm Neuland bei Behrensdorf, Warnfeuer der Bundesmarine:
Der achteckige Leuchtturm Neuland hat eine Höhe von 44 m. Auf der oberen Plattform ist eine 8,6 m hohe, schwarze Eisenlaterne aufgesetzt, das Feuer befindet sich 40 m über NN. Der Turm wurde zwischen 1915 und 1916 bei Behrensdorf auf einem Betonfundament errichtet. Er steht seit 1987 unter Denkmalschutz. 1985 wurde er renoviert, dabei wurde der rot-weiße Anstrich des Turmes entfernt. Jetzt zeigt er wieder seine Ziegelsteine. Seit 1996 (oder 1999?) wurde die ursprüngliche Gürteloptik von 1871 durch ein lichtstarkes Drehspiegelfeuer ersetzt. 
Als der Leuchtturm erbaut wurde schloss er die Lücke zwischen Fehmarn und Kiel und diente von 1918 bis zum 20.7.1996 der Schifffahrt als Orientierungsfeuer und warnte vor Untiefen in der Hohwachter Bucht. Das Leuchtfeuer wurde 1998 vom WSA an das Bundeswehr-Diensteistungszentrum Plön übergeben, damit er heute anzeigt, wenn die Militärgebiete in der Hohwachter Bucht bei Schießübungen gesperrt sind.
Seit 2010 dient der Turm gelegnetlich auch als Staqndesamt.

Position: 54° 21,639' N, 10° 36,056' O

Goggle-Maps-Karte westliche Ostsee


Warnfeuer Blankeck:
Der 15 m hohe, rot-weiße Betonturm dient seit 1986 als Warnfeuer der Bundesmarine, wenn in der Hohwachter Bucht Schießübungen stattfinden. Er besitzt eine Drehspiegellampe.
Von 1985 bis 1987 wurden von der Marine fünf neue Leuchttürme zwischen Kieler und Fehmarn errichtet. Blanckeck ist einer davon. Die anderen sind Heidkate, Hubertsberg, Wessek und das Warnfeuer Heiligenhafen. Seit 1998 gehört auch Neuland dazu.
 
Position: 54° 21'13" N, 10° 51'59" E

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Heiligenhafen, Warnfeuer der Bundesmarine:
Das 20 m hohe Warnfeuer, ein weißer Metallturm mit rotem Laternenhaus und Drehspiegeloptik, steht auf dem Steilufer westlich von Heiligenhafen und warnt die Schifffahrt, wenn die Marine Schießübungen bei Putlos oder Todendorf macht. D.h. es ist gar kein Leuchtturm im klassischen Sinne.
Zwischen 1985 und 1987 baute die Bundesmarine fünf solcher Türme von Laboe bis Heiligenhafen, 1998 kam ein sechster, nämlich Neuland, dazu.

Position: 54° 22'55" N - 10° 56'09" E

Goggle-Maps-Karte westliche Ostsee
 

 


Heiligenhafen Strandhusen:
Der 13,7 m hohe, viereckige Turm mit seinem weißen Laternenhaus und Galerie steht östlich von Heiligenhafen im Ortsteil Strandhusen. Er wurde 1938 als Leitfeuer erbaut. Die Bauart ist ganz ähnlich der des Leuchtturms von Pelzerhaken, allerdings wurde der Turm von Heiligenhafen mit roten Platten verkleidet. Das Leitfeuer verwendet eine
72 cm hohe Gürtellinse mit einer Brennweite von 250 mm.
Position: 54° 22' 2,40" N, 11° 1' 17,19" O

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Dahmeshöved:
Dieser schöne alte Turm steht an der Landspitze zwischen Dahme und Kellenhusen und wurde 1878/79 als "Leuchtfeuer bei Dahmerhöft" erbaut. Sein Feuer leuchtet seit dem 1.2.1880 über die gesamte Lübecker Bucht. Der ursprünglich ziegelrote Turm wurde Ende der 1920er Jahre rot angestrichen und mit einem weißen Band versehen. Nach Aussagen von Einheimischen war er so bis zur ehemaligen DDR zu sehen und diente als Sichtmarke für die Flucht über die Ostsee. Er wurde deshalb im Volksmund "Turm der Freiheit" genannt. Und irgendwann einigten sich Bundesrepublik und DDR, dass der auffällige rot-weiße Anstrich 1982 wieder entfernt wurde. Heute steht der 28,8 m hohe Turm wieder als Ziegelturm da. Er wurde 1978 automatisiert und wird von Travemünde aus gesteuert. Als Feuer dient eine Gürtelleuchte. Der Leuchtturm wird u.a. auch als Standesamt genutzt. Im Inneren führen 108 Stufen nach oben.
Zum Turm gehört ein schönes, gelbes Leuchtturmwärterhaus, ein Maschinenhaus und ein sog. Beobachtungsturm, die heute privat genutzt werden. Vom Beobachtungsturm hielten die Leuchtturmwärter früher Ausschau nach Nebel, um dann eine Nebelschallanlage in Betrieb zu nehmen.
Position: 54° 12' 6,24" N, 11° 05' 24,81" O

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Pelzerhaken:
An der Strandspitze von Pelzerhaken steht der 1936 gebaute, viereckige, 19,40 m hohe Ziegelsteinturm mit weißer Laterne und Plattform. Der ursprüngliche Turm wurde 1842/43 errichtet und ist somit einer der ältesten in Deutschland. Anfänglich mit einem Spiegelapparat ausgerüstet, bekam er 1877 eine Fresnel-Linse und wurde 2000 auf eine Gürteloptik umgerüstet. Er wurde 1936 um 7 m erhöht. Das Feuer wurde 1937 in Betrieb genommen und kennzeichnet die Ostseite der Einfahrt des Neustädter Hafens. Direkt an den Turm ist das Leuchturmwärterhaus angebaut.
Das Leuchtfeuer ist automatisiert und wird von der Verkehrszentrale in Travemünde fernüberwacht.

Position:
54°05'07" N, 10°52'01" E  

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Travemünde, alter Turm:
In
Travemünde wird 1316 bzw. 1330 erstmalig ein Leuchtturm urkundlich erwähnt. Der alte Leuchtturm, 31 m hoch mit 142 Stufen, stammt von 1539 und wurde aus Backsteinen gemauert, nachdem sein Vorgänger 1534 im Krieg mit Dänemark zerstört worden war. Auch das Laternenhaus ist aus Ziegelmauerwerk. Er wurde wohl zuerst mit offenem Holzfeuer, später mit Petroleum und seit 1903 mit elektrischen Bogenlampen befeuert. Offensichtlich hat er nie ein Fresnel-Linsensystem besessen. 1827 hatte ein Blitz den oberen Teil des Turms stark besschädigt, der daraufhin erneuert werden mußte. 1903 wurde er elektrifiziert und 1972 abgeschaltet, weil sein Licht durch das Maritim-Hotel (links) verdeckt wurde. Die alte Lampenanlage ist aber noch vorhanden und zu besichtigen. Er war Deutschlands dienstältester Leuchtturm und ist heute ein Kulturdenkmal mit Museum (www.leuchtturm-travemuende.de).
Position: 53° 57' 44" N, 10° 52' 51" E

Foto unten links: der alte und der neue Leuchtturm, rechts: der alte Turm mit Laternenfenster (oben) und Lostenausguckbalkon (mitte); beide sind sewärts gerichtet.

Travemünde, neues Leuchtfeuer:
1974 wurde das neue Drehspiegel-Leuchtfeuer mit zusätzlicher Gürtelleuchte im obersten Geschoß des Hotel-Hochhauses in Betrieb genommen und ist mit 113 m Feuerhöhe das höchste Leuchtfeuer Deutschlands.

Position: 53° 57' 46" N, 10° 52' 58" E
Foto links unten: ganz oben rechts im  Ausschnitt der obersten Hochhausetage befindet sich das neue Leuchtfeuer,  rechts: altes Foto von 1985

 

Travemünde Mole:
Auf der Travemünder Mole steht ein kleiner, eigenwilliger Leuchtturm, der 1964 zum Teil aus Glasbausteinen errichtet wurde. Durch diese Steine (helle Streifen des Turms) wird der Turm nachts von innen beleuchtet, um auch nachts als gut sichtbare Fahrwassermarkierung zu dienen. Der 9 m hohe, schwarz-weiße Turm ist seit 1967 in Betrieb.

 

Goggle-Maps-Karte westliche Ostsee
 


Kein Leuchtturm, aber ein weithin sichtbarer Turm, der fast so schön wie ein Leuchtturm ist: das Marine-Ehrenmal in Laboe bei Kiel. 
Foto von 1971

Goggle-Maps-Karte westliche Ostsee

 

 

 

 

 

 


Die Insel Poel liegt vor Wismar auf der mecklenburgischen Seite der Lübecker Bucht. Am Westende liegt Timmendorf, und hier steht der "Leuchtturm Poel". Sein Vorgänger , eine hölzerne Spiekenbake, war 1870 abgebrannt. Der heutige Turm wurde 1871-72 als Mittelstück des neuen Lotsenhauses gebaut und 1931 um 4 m auf heute 31 m erhöht (Teil mit dunklem Ziegelmauerwerk). Statt der ursprünglich sechseckigen Laterne mit Fresneloptik und Petroleumlampe wurde 1931 ein rundes Laternenhaus mit Gürtellinse aufgesetzt. Dabei wurde der Turm auch auf elektrisches Licht umgestellt. Er dient heute als Leit- und Quermarkenfeuer.
Das Gebäude diente ursprünglich als Wärterhaus und Lotsenstation. 1996/97 wurden Gebäude und Turm renoviert, wobei der Turm z.T. abgetragen, die Gründung stabilisiert und der Turm wieder neu aufgebaut wurde. Die gesamte Leuchtfeuertechnik wurde ersetzt. Dem Aussehen nach sind heute Ferienwohnungen im Gebäude untergebracht.
Position: 53° 59' 33" N, 11° 22' 44" E


Foto links von 2009, Foto rechts: Jörn Bengelsdorf, 2006

Goggle-Maps-Karte mittlere Ostsee


Bei Gollwitz, am Nordende der Insel Poel stehen die Leuchtfeuer Gollwitz Nord und West.
Nahe der Stelle, wo heute das Gebäude und der Turm Gollwitz Nord stehen, war 1929 ein eiserner Gittermast errichtet worden, der 1953 durch den 7,6 m hohen, quadratischen Steinturm mit roter Laterne und dem direkt angebautem Maschinenhaus ersetzt wurde. Das Feuer der alten Bake wurde für den neuen Turm weiter verwendet. Seit 1956 dient der Turm als Unterfeuer für eine Richtfeuerlinie. 1996 wurde die Anlage instand gesetzt und erhielt ein Präzisionssektorenfeuer, das aus dem öffentlichen Stromnetzt gespeist wird (Notstromdiesel im Maschienenhaus). Einem Hinweisschild zufolge befindet sich im Haus jetzt eine Ferienwohnung.
Position: 54° 01' 27,5" N, 11° 28' 21,2" E.

Gollwitz West ist ein 23,4 m hoher, weißer Gitterturm etwas südwestlich, der 1996 mit einer Gürtellinse als Leitfeuer errichtet wurde.

 

Goggle-Maps-Karte mittlere Ostsee


Buk
Relativ weit landeinwärts steht bei Kühlungsborn auf der 79 m hohen Bukspitze des Bastorfer Berges der 21 m hohe Leuchtturm "Buk" (55 Treppenstufen). Nachdem schon 1824 erste Überlegungen angestellt worden waren, auf dem Berg ein Leuchtfeuer zu errichten, wurde das sog. Leuchtfeuergehöft 1876-78 erbaut. Der Turm besteht aus dreischaligen Ziegelmauerwerk, steht auf einem Findlingsfundament und trägt wegen der Berglage Deutschlands höchstgelegenes Lampenhaus (95 m). 
Am 1.12.1878 wurde die Frensnel-Optik mit Petroleumlampe in Betrieb genommen. Die seit 1922 elektrifizierte Fresnel-Drehlinsenoptik (unten) mit Halogendampflampe dient heute als Orientierungs- und Warnfeuer. Sie hat ursprünglich aus 20 Linsenfeldern bestanden. 4 davon wurden 1945 zerschossen, und die restlichen 16 zu einer neuen Optik arrangiert. Das Feuer wird aus dem öffentlichen Netz versorgt; es gibt ein Dieselnotstromaggregat.
1979 wurde der Turm automatisiert und der letzte Leuchtturmwärter verließ Buk. Das Wohnhaus wurde bis 1990 als Kinderferienanlage genutzt. 1996-99 wurde das Haus komplett renoviert. Der Turm war bereits 1991-93 renoviert worden, wobei auch der Anstrich (weißes Band unter der Galerie) entfernt wurde, der den Turm von 1930 bis 1993 geziert hatte. Der Turm steht unter Denkmalschutz.
Position: 54° 07' 55" N, 11° 41' 37" E


Fotos von 2009

Goggle-Maps-Karte mittlere Ostsee

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V2.2, diese Seite wurde erstellt am 11.08.2003, letzte Änderung am  15.8.2014