GRAMPIANs KÜSTE, eine Küste für Entdecker

Die Steilküste im Osten  


MUCHALLS
nördlich von Stonehaven. Wildromantische Steilküste mit einzeln stehenden Felsnadeln und tunnelähnlichen Durchbrüchen (Grim Brigs), durch die man von einer Bucht zur anderen gelangen kann. Nördlich vom Doonie Point liegen oben auf der Steilküste drei winzige Teiche, von denen ein Wasserfall zum Meer hinabfällt. 
 
DUNNOTTAR
südlich von Stonehaven. Castle Haven (links) im Norden der Burg ist eine weite Bucht, Old Hall Bay ist kleiner. Keine Besonderheiten. Die Burg wird an anderer Stelle beschrieben.

 



  

CRAWTON
südlich von Stonehaven. Das Vogelschutzgebiet von Crawton zeichnet sich durch sehr hohe, senkrecht bis ins Meer abfallende Steilwände aus, auf denen man oben entlanggehen kann. Das Gebiet ist weiterhin zum Tauchen gut geeignet.  

BULLERS of BUCHAN
südlich von Peterhead. Wildromantische Steilküste mit 70 m hohen Klippen und Torbögen.  

 
Die Sandküste im Osten

BALMEDIE
Kilometerlanger Sandstrand mit grasbedeckten Dünen
(Foto links). Ab und zu müssen kleine Bäche, die ins Meer fließen, übersprungen oder durchwatet werden. Kleines Informationszentrum am Parkplatz.

SANDS of FORVIE
nördlich von Newburgh. Naturpark mit Heide, Dünenlandschaft und Felsklippen und Sandbuchten. Die Grundmauern der kleinen Kirche stammen aus dem späten 12.Jahrhundert, und bei der Kirche befand sich bis 1413 ein kleines Dorf. Die ganze Gegend wurde aber damals von einer Grafentochter verflucht, die unrechtmäßig von ihrem Onkel um ihr Erbe gebracht worden war, und in einem Boot auf dem Meer ausgesetzt wurde. Nie wieder solle dort etwas anderes als Heidekraut und Dünengras wachsen, lautete ihr Fluch. Vermutlich ist das Dorf aber 1688 in einem neuntägigen Sturm vom Sand begraben worden.

 
Die malerische Nordküste Grampians

PORTSOY
(gälisch saoi = Krieger), malerischer Hafen aus dem 17.Jahrhundert
(Foto links).

CULLEN
(gälisch cuillenn = heilig) nette Hafenstadt
mit beeindruckenden Eisenbahnviadukten. Die Bahnlinie wurde 1886 in Betrieb genommen und 1967 stillgelegt. Der Sandstrand ist einer der saubersten in Schottland.

KÜSTE von PORTKNOCKIE bis BUCKIE
Malerische kleine Hafenstädtchen an felsiger Küste. Malerische Einzelfelsen wie der Fiedelbogen-Felsen. Häufig werden Delfinherden gesichtet.

NEW ABERDOUR BEACH
Westlich von Fraserburgh liegt der Strand von New Aberdour. Am Ostende ragen rote Sandsteinfelsen ins Meer, die von mehreren großen Grotten unterhöhlt sind.

TAUCHEN IN GRAMPIAN

Obwohl ich begeisterter Taucher bin, dauerte es relativ lange, bis ich meinen ersten Tauchgang in Schottland machte, nämlich bis Ende Juli. Bis dahin hatten die schottischen Berge einen unüberwindlichen Reiz auf mich ausgeübt, und mich jedes freie Wochenende ins Highland gezogen. An Grampians Küste wechseln sich lange Sandbuchten mit malerischen, wild zerklüfteten Steilküsten ab. Felsnadeln, Torbögen, Tunnels usw. sind keine Seltenheit. Unter Wasser enden diese gewaltigen Felsformationen meist in ca. 15 in Wassertiefe auf flach abfallendem Fels- und Sandgrund; sie bieten dabei vielfach ähnlich reizvolle Tauchlandschaften mit vielen Höhlen und Spalten. Die senkrechten Felswände sind über und über mit Seeanemonen und Meerhänden, einer Weichkorallenart, besetzt. Auf allen horizontalen Absätzen und auf dem Meeresgrund wachsen unübersehbare Kelpwälder. Massen dieser meterhohen Algen wiegen sich in der Dünung und lassen einen urwaldmäßigen Eindruck entstehen. Die Fauna ist relativ reichhaltig, jede Art von Krebstieren haust in den Spalten der Felswände und zwischen den Gesteinsbrocken am Grund: Galateen, Schwimmkrabben, Taschenkrebse und Hummer. Tintenfische sind nicht selten. Schollen und Seeteufel bewohnen den flachen Grund, junge Kabeljaue und Katzenhaie können in den ufernahen Zonen regelmäßig beobachtet werden. Auch wenn ich bisher noch nicht das Vergnügen hatte, so berichten doch alle schottischen Tauchkollegen von Begegnungen mit Robben und Delfinen unter Wasser.
Wenn allerdings der Wind von Süden oder Osten bläst, kann man das Tauchen an Schottlands Ostküste getrost vergessen, weil die Sichtweite auf unter 1 in absinken kann. An der Nordostküste, d.h. zwischen Invemess und Fraserburgh liegen die Bedingungen erheblich günstiger.
Das Fehlen von organisiertem Tourismus wirkt sich auch auf das Tauchen aus. Tauchbasen wie am Mittelmeer sucht man an der Küste von Grampian vergeblich, man auf sich selbst gestellt.  

Einige Tauchplätze

Rosehearty westlich von Fraserburgh, Felswände, Einschnitte, Kelp, Einstieg vom Picnicplatz
Pennan westlich von Fraserburgh, flach, größe Höhlen, Einstiege am Rand der Badebucht
Crawton südlich von Stonehaven, große Steilwand, Einstieg an der Spitze der Landzunge am Parkplatz
Toadhead Point südlich von Stonehaven, große Höhlen, Einstieg unterhalb des Leuchtturms

--> siehe auch meinen Artikel im "Sporttaucher" (mit Fotos)


©: www.meinschottland.de – Bernd Rothmann, Version 1, letzte Änderung am 13.10.2005