Auf dieser Insel-Seite möchte ich über zwei Inseln berichten:
Skye und die Shetland Inseln


Die INSEL SKYE         

Ein Ausflug auf die Insel Skye gehört mit zu den schwierigsten Unternehmungen, die man sich in Schottland vornehmen kann. Angeblich regnet es an der Westküste an 364 Tagen im Jahr, und deshalb ist es gar nicht so einfach Skye erfolgreich zu besichtigen. Nicht umsonst führt man den Namen der Insel auf drei Ursprünge zurück, von denen sich zwei irgendwie ähneln: 1) Eilean a Cheo (gälisch) = Nebelinsel, 2) Sküyo (Wikinger) = Wolkeninsel, und 3) Eilean Sgiathanach (gülisch) = geflügelte Insel.

Unsere Fahrt dorthin führte uns über Inverness, das Loch Ness, und dann über die A 87. Die A 87 alleine ist schon fast die Anreise wert. Wenn die Straße hoch über dem Loch Cluanie entlang führt (Foto links), bietet sich eine bezaubernde Aussicht über eine märchenhafte Bergseenlandschaft. Kurze Zeit später, im Glen Shiel, ist man von gewaltigen Bergen umgeben, von denen die meisten über 1000 m hoch sind. 
Bei Dornie liegt Eilean Donan Castle, das als meistfotografierte Burg Schottlands bezeichnet wird. Ursprünglich wurde sie 1220 erbaut, 1719 gesprengt und zwischen 1912 und 1932 wieder aufgebaut (Näheres siehe Kapitel "Burgen",
Foto links). Von Kyle of Lochalsh gelangt man in 5 Minuten mit der Autofähre über die Haakon-Meerenge nach Kyleakin (gälisch Haakons Straße) auf Skye. Haakon war ein berühmter Wikinger-König, der 1263 hier mit 160 Schiffen ankerte, bevor er zur endgültigen Niederlage gegen den schottischen König Alexander II. in der Schlacht von Largs weitersegelte, als in einem Sturm die meisten seiner Schiffe zerstört wurden. Aus dem 10.Jahrhundert stammt die kleine Burgruine des Castle Moil ("dachlos"), das damals Dunakin hieß.

Drei Viertel der Oberfläche Skyes ist im Norden von den Ergußgesteinen aus vor 70 Millionen Jahren erloschenen Vulkanen bedeckt. Die Gletscher der Eiszeit rundeten die Kuppen ab. Skye besitzt die spektakulärsten Gebirge Großbritanniens, hier wird ein besonders rauchiger Whisky gebrannt (Talisker), und dank Regen und Nebel (skye mist) soll das Wetter noch schlechter als sein Ruf sein. Dennoch ist Skye heute eines der Touristenzentren des Nordens, und auch in grauer Vorzeit war die Insel bei Wikingern, Kelten und Schotten beliebt, die um diese nebelige Insel kämpften, bevor sie 1266 entgültig an Schottland fiel.

 Wir fuhren von Kyleakin über Broadford, Sligachan und Bracdale zuerst nach Dunvegan. Zuerst fallen die mächtigen Kegel der Red Hills und später die gezackten Spitzen der nördlichen Black Cuillins auf (Foto oben rechts). Bei Sligachan hat man einen sehr guten Blick auf einen Großteil der Cuillin Berge, die aus 20 Gipfeln von über 900 m Höhe bestehen, und in denen alle Wesen der nordischen Sagen zu hausen scheinen. Von Sligachan fährt die A 863 entlang zahlreicher, malerischer Fjorde nach Dunvegan.
Das gleichnamige Schloss
(Foto links) ist das letzte noch ständig bewohnte Stammschloss eines schottischen Clans, und seit mehr als 700 Jahren Stammsitz der MacLeods of MacLeod. 
Im Schloss, in dem 1992 John MacLeod, der 29. Chief und 36. Nachfahre des norwegischen König Harald des Schwarzen residierte, wird u.a. eine Feen-Fahne mit Zauberkräften, eines der seltenen Zweihandschwerter und das Dunvegan Horn ausgestellt (Näheres im Kapitel "Burgen"). Von der Burg, die eher an eine Burg im Rheinland als in Schottland erinnert, blickt man zu zwei markanten Tafelbergen, den MacLeod's Tables
(Foto unten). Auf dem kleineren wurde einst ein spektakuläres Bankett abgehalten, als ein MacLeod einem Tiefland-Earl beweisen wollte, wie gut die Schotten zu tafeln verstünden.  

Unsere Fahrt führte dann wieder quer über die Insel nach Osten zur Hauptstadt Portree ("Hafen des Königs", Foto rechts), einem malerischen Hafenstädtchen mit etwa 1500 Einwohnern, wo wir übernachteten. Der erste Tag war relativ klar, trocken, aufgelockert von vereinzelten Sonnenstrahlen. Der zweite Tag jedoch war total verregnet. Entsprechend mager fiel dann auch unser Besichtigungsprogramm aus. Von Portree fuhren wir nach Norden zur Halbinsel Trotternish. Kurz hinter Uig führt eine kleine Straße nach Osten auf den mittleren Sattel des Quiraing (sprich: Kireng) (Fotos unten).

Der Blick von den schroffen Felsabbrüchen über die Bucht von Staffin zu den Bergen des Festlands ist eindrucksvoll, besonders, wenn wie in unserem Falle einige Wolken aus dem Tal über die Abbruchkante ziehen. 
An der Ostküste wandten wir uns nach Norden, um Duntulm Castle zu besichtigen, einen inzwischen verfallenen Stammsitz der MacDonalds
(Foto links). Der andere Stammsitz war Knock Castle auf der südlichen Halbinsel Sleat, das noch verfallener als Duntulm ist. (Details im Kapitel „Burgen“). Die MacDonalds kämpften durch die Jahrhunderte ununterbrochen mit den MacLeods um die Vorherrschaft über die westlichen Inseln, wobei sie von den MacKinnochs unterstützt wurden. Ursprünglich waren wohl die MacDonalds der vorherrschende Clan auf Skye, aber im 13. Jahrhundert gewannen die MacLeods an Bedeutung, nachdem sie unter Robert the Bruce 1314 bei Bannockburn gekämpft hatten, als 30000 Schotten 100000 Engländer besiegten. Auch später, während der Covenanter-Schlachten und bei den Kämpfen gegen Oliver Cromwell spielten die drei Skye-Clans (MacDonalds in Sleat und Trotternish, MacKinnochs in Strath und MacLeods in Vaternish, Duirinish und Minginish) immer eine wichtige, wenn auch nicht immer ehrenhafte Rolle. So z.B. 1745 während des letzten Jakobiteraufstands, als sich sowohl die MacDonalds als auch die MacLeods weigerten, an der Seite von Bonny Prince Charlie gegen die Engländer zu kämpfen. Hätten sich diese mächtigen Clans anders entschieden, könnte die legendäre Schlacht von Culloden anders ausgegangen und Schottland jetzt ein eigener Staat sein. Lediglich die MacKinnochs kämpften für den Stuart-Prinzen und wurden dafür mit dem Rezept des Drambuie, dem berühmten schottischen Liqueur belohnt.

Auf dein Weg zurück nach Süden kommt man an zwei weiteren Sehenswürdigkeiten Skyes vorbei, dem Kilt Rock und dem Storr. Der Kilt Rock ist eine kilometerlange Felsformation aus sechs- oder achteckigen Basaltsäulen, die einen ca. 50 m hohen, senkrechten Klippenabbruch an der Küstenlinie bilden, der wie ein plessierter Schottenrock (Kilt) aussieht (Foto unten links)

Bei Staffin (skandinav. = Stange, Stab) stürzt aus dem Loch Mealt ein Wasserfall über diese Klippe ins Meer (Foto links). Der fast 800 m hohe Storr ist ein zerrissener Bergklotz, zu dem der Old Man of Storr (Foto oben rechts), ein 50 m hoher Basalt-Obelisk, gehört. Dieser steht hoch am Berg in exponierter Lage.  

Die Rückreise zum Festland sollte man wieder über Kyleakin machen, da die Fähre ab Ardavasar weiter im Süden Sonntags nur selten, und im September nie fährt, wie wir ärgerlich erfahren mussten.


Die SHETLAND-INSELN

Die Shetland-Inseln liegen auf der Scheidelinie zwischen Nordsee und Atlantik und bestehen aus ca. 100 Inseln, von denen 15 von den etwa 24000 Shetländern ständig bewohnt werden. Entweder man benutzt das Flugzeug oder die Autofähre von Aberdeen. Flugtouristen können die Gegend bequem mit dem Mietwagen erkunden.

LERWICK
(leirvik = Lehmbucht) ist seit etwa 1600 die Hauptstadt und hat heute rund 7000 Einwohner. Das relativ reizlose Fort Charlotte bewacht den Hafen von Lerwick. Es wurde 1665 erbaut und bereits 8 Jahre später niedergebrannt und 1781 wieder restauriert. 
Am südlichen Stadtrand steht der Clickhimin Broch
(Foto links), das Fundament eines wuchtigen Rundturms in einer Festung aus der Eisenzeit von vor 2500 - 2700 Jahren. Die Besonderheit dieser Brochs sind die meterdicken Mauern, in denen kleine Räume und Zellen untergebracht sind. 

Mehrere dieser Türme sind über die Inseln verstreut, der besterhaltene steht auf der Insel Mousa. Bressay Island (Autofähre) soll ein exzellentes Wanderrevier sein; von der Hauptinsel aus fallen vor allem die gewaltigen Klippen an der Südspitze Bressays auf.  


in Lerwick 

hier gibt es noch echte Wickinger

Der Norden
SCALLOWAY war bis ca. 1600 die alte Hauptstadt Shetlands. Der Z-förmige Bau der gleichnamigen Burg (Foto links) wurde 1598 von Earl Patrik Stewart begonnen, sie war aber bereits seit 1615 dem Verfall geweiht, als der Earl in Ungnade fiel und hingerichtet wurde. Bei Whiteness sollte man die kleine Silberschmiede Hjaltesteyn besichtigen, in der auch Shetland-Steine poliert werden. 
SULLOM VOE ist Europas größtes Ölterminal, 1,3 Millionen Tonnen Öl konnten 1992 pro Tag verladen werden. Von außen ist dem Terminal allerdings von seiner Größe nichts anzusehen. 
Rona's Hill ist mit 450 m der höchste Berg der Inseln, an der engsten Stelle der Hauptinsel (Mavis Grind) kann man in kürzester Zeit vom Atlantik zur Nordsee gelangen. 
Die Küste von Hillwick bis Eshaness 
(Foto links)
(Foto links) bietet die unserer Meinung nach eindrucksvollste Küstenszenerie der Shetlands mit Leuchtturm, hohen, steilabfallenden Klippen, tief ins Land einschneidenenden "Geos", freistehenden Felsnadeln (Drongs) und -türmen, Torbögen (Dore Hohn) usw. Aus den Holes of Scraada spritzt das Wasser bei richtigem Gezeitenstand in hohem Bogen heraus. 

Zwischen Vementry und Clousta ist die Küstenlandschaft eher als sanft romantisch zu bezeichnen. Am Point of Fethaland, nördlich von Rona's Hill sollen die Bedingungen günstig sein, Robben zu beobachten. Wir haben diesen Punkt leider nie erreicht.

Der Süden
Dafür konnten wir zahlreiche Robben (links) von ziemlich nahe südöstlich von Aithsetter beobachten.
Per Fähre von Sandwick gelangt man auf die Insel Mousa mit dem 12 m hohen Mousa Broch, dem besterhaltenen Eisenzeit-Turm Schottlands, und der angeblich größten Seehundkolonie Shetlands. Ein weiterer Punkt, den wir aus Zeitgründen nicht nachprüfen konnten. 
Die Sankt Ninian's Insel im Südwesten Shetlands ist durch eine Sandbank mit dem "Festland" verbunden. Dieser Strand mit zwei Ufern (sog. Tombolo) ist der größte in Großbritannien. Die Reste der St. Nimm-Kapelle aus dem 12.Jahrh. ist kaum der Rede wert, aber immerhin wurde in ihr 1958 ein 28-teiliger, piktischer Silberschatz gefunden. 

In Sumburgh liegen dicht beieinander der Flughafen und der Jarishof
(Foto links). Dieser birgt eine Fülle von Siedlungsresten aus der Stein-, Bronze-, Pikten- und Wikingerzeit und aus dem Mittelalter. Die Zeitspanne von 2000 vor bis zum 16. Jahrhundert nach Chr. ist dort abgedeckt. Wir fanden die erstaunlich gut erhaltenen, vorzeitlichen, radförmigen Kammerhäuser sehr beeindruckend. Auf dem Sumbugh-Head, der hochaufragenden Südspitze der Hauptinsel kann man in den Steilwänden unterhalb des Leuchtturms ohne große Mühe Papageientaucher (Puffins) und andere Seevögel beobachten. Außerdem steht hier ein hübscher Leuchtturm (Foto unten).
 


©: www.meinschottland.de – Bernd Rothmann, Version 1, letzte Änderung am 12.10.2005